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Jonas Schmitz
ende

Unternehmenswert

Was ist mein Unternehmen wert?

Kaum eine Frage beschäftigt Übergeber so sehr wie diese — und kaum eine wird so oft falsch beantwortet. Denn der Wert eines Betriebs ist nicht die Summe seiner Maschinen, und er ist auch nicht das, was ein Leben Arbeit gekostet hat.

Wert ist nicht gleich Preis

Der Wert ist eine rechnerische Größe, der Preis das Ergebnis einer Verhandlung zwischen zwei Menschen. Beide liegen selten exakt übereinander.

Ein Wertgutachten gibt Ihnen die Grundlage, um zu erkennen, ob ein Angebot seriös ist. Es ersetzt aber nicht die Frage, was Ihnen an der Zukunft Ihres Betriebs wichtig ist — und diese Frage hat oft mehr Einfluss auf Ihre Entscheidung als die letzten zehn Prozent Kaufpreis.

Die drei gängigen Verfahren

Das Ertragswertverfahren fragt: Welche Erträge wird der Betrieb künftig erwirtschaften? Diese werden auf den heutigen Tag gerechnet. Es ist das übliche Verfahren im Mittelstand, weil es den Betrieb als arbeitendes Ganzes betrachtet.

Das Multiplikatorverfahren arbeitet mit Branchenfaktoren: Ein bestimmter Gewinn wird mit einem üblichen Faktor multipliziert. Es ist schnell und grob — gut für eine erste Einordnung, schlecht als alleinige Grundlage.

Das Substanzwertverfahren addiert, was da ist: Maschinen, Fahrzeuge, Lager, Immobilien, abzüglich Schulden. Es bildet die Untergrenze — bei einem gut laufenden Betrieb liegt der tatsächliche Wert darüber, denn der Betrieb ist mehr als sein Inventar.

Wofür Käufer wirklich zahlen

Ein Käufer erwirbt keine Vergangenheit, sondern eine Zukunft. Deshalb zahlt er für einen Kundenstamm, der wiederkommt, für eine Mannschaft, die die Arbeit trägt, für Abläufe, die auch ohne den bisherigen Inhaber funktionieren, und für einen Namen, der in der Region etwas bedeutet.

Er zahlt nicht für gefüllte Lagerhallen, veraltete Maschinen oder eine Auftragslage, die ausschließlich auf persönlichen Beziehungen des Inhabers beruht. Genau hier entsteht die häufigste Enttäuschung — und genau hier liegt der größte Hebel.

Fünf Hebel, die den Wert vor der Übergabe erhöhen

Erstens: Machen Sie den Betrieb unabhängiger von sich. Eine zweite Person, die Angebote schreibt und entscheidet, verändert die Bewertung spürbar.

Zweitens: Bringen Sie Verträge in Schriftform — Kunden, Lieferanten, Miete, Leasing. Was nur mündlich gilt, zählt in der Prüfung nicht.

Drittens: Dokumentieren Sie Abläufe, damit Wissen nicht in Köpfen verschwindet. Viertens: Trennen Sie Privates vom Betrieb, auch buchhalterisch. Fünftens: Bereinigen Sie Altlasten, bevor ein Käufer sie findet — offen benannt kosten sie weit weniger als entdeckt.

Was ein Gutachten kostet und wann es sich lohnt

Eine erste Einschätzung bekommen Sie bei Kammer oder Steuerberater oft kostengünstig oder kostenlos. Ein ausführliches Gutachten kostet Geld und lohnt sich dann, wenn konkrete Verhandlungen anstehen oder mehrere Erben beteiligt sind.

Für den Anfang genügt meist eine belastbare Größenordnung — sie schützt vor unrealistischen Erwartungen in beide Richtungen und macht die ersten Gespräche sachlich.

Lassen Sie früh eine Größenordnung ermitteln und arbeiten Sie dann an dem, was den Wert wirklich ausmacht: Unabhängigkeit vom Inhaber, dokumentierte Abläufe und klare Verträge. Das nützt Ihrem Betrieb auch dann, wenn die Übergabe noch Jahre entfernt ist.

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